DSL Nervt

Was mich an meiner aktuelle DSL-Verbindung so richtig und massiv nervt? Der absolut grottenschlechte Upload. Ich hab eine “einfach” 16MBit-Leitung. Und will ab und zu mal ein paar Fotos auf einen Server laden. Und das läuft mit 2MBit. Schnarch. Eine Glasfaserleitung von Google hat etwas mehr Bandbreite.

Für 70 Dollar (ungefähr 54 Euro) im Monat bietet Google ohne Anschlussgebühr eine Bandbreite von einem Gigabit pro Sekunde, und zwar sowohl beim Herunter- als auch beim Hochladen.

Aber Glasfaser in Deutschland ist ja absolut un-mög-lich. Weil wir ja unsere Kupferkabel bis zum jüngsten Tag zum Geldscheissen verwenden wollen.

Alt-Eingesessene

Als Mitarbeiter einer Firma, deren Geschäftszweck die Herstellung von Computer-Programmen ist, bin ich immer wieder verblüfft. Allerdings nicht im positiven Sinne.

Es gibt, nicht wenige, Kollegen, die gerne auch mal einen Vortrag mit Word-Dokumenten halten. Weil ihnen Powerpoint zu kompliziert ist.

Es gibt Leute, die gerne mal Termine ausmachen. Wenn irgend ein System aktualisiert wird, dann stellen die einen Besprechungstermin rein. Den dann 300 Leute bestätigen sollen.

Es gibt Leute, die schaffen es nicht, die Installations-Anleitung des Abteilungsdruckers zu lesen. In der steht, wie man mit 3 Klicks den Druckertreiber installiert.

Ich erwarte nicht, daß jeder alles weiß und alles kann. Aber nach etwa 20 Jahren in diesem Job, da sollte man eigentlich die grundlegenden Werkzeuge beherrschen. Besonders, wenn man ein Jahres-Gehalt einstreicht, das im hohen 5-stelligem Bereich liegt.

Journalismus

Im Moment gehen mir die sogenannten “Medien” mit ihrer Berichterstattung extrem auf die Nerven. Ich pauschaliere hier mal, weil mich Fernsehen und Print eigentlich gleich nerven.

Beispiel 1: Schumacher.

In allen Medien, Laufbänder, Sondersendungen, Nachrichten. Zum Vergleich: Als mein Bruder mit ähnlichen Kopfverletzungen im Krankenhaus lag, war da niemand. Aber der war auch nur ein Wehrpflichtiger aus einer Arbeiterfamilie. Und kein professioneller Autofahrer, der vor der bösen Steuer ins Ausland geflüchtet ist. Für mich ein deutliches Zeichen, daß manche Menschen einfach gleicher sind als andere.

Beispiel 2: Gabriel.

Er wird als einer von “Deutschlands neuen Vätern” bezeichnet. Weil er sich ein (in Worten: Ein) mal pro Woche von seinem Chauffeur (bezahlt vom Steuerzahler) zur KiTa seines Kindes fahren lässt. Wow. Als ich ein Jahr lang 2 Töchter alleine aufzog, fünf mal die Woche die Kleine vom Kindergarten holte und mit Mühe, Not und Betteln einen KiTa-Platz für die Große bekam – da war kein Journalist da. Weil, ich war ja scheinbar einer von den “alten” Vätern.

Beispiel 3: Energiewende.

Jährlich werden Milliarden Kilowattstunden Strom ins Ausland exportiert. Im Jahr 2013 33 Terawattstunden (TWh). Das ist Strom, der in Deutschland, das ja laut Aussage der Stromkonzerne Millimeter vor dem totalen Blackout steht, produziert, aber nicht verbraucht wird. Der Strompreis an der Leipziger Strombörse fällt zeitweise ins Negative – man bekommt Geld dafür, daß man den Strom verbraucht. Gleichzeitig steigen die Preise für den Endverbraucher. Stromkonzerne machen Gewinn wie eh und je. Aber an allem sind die bösen Solarzellen schuld. Oder gar die entsetzlichen Windrädern. Die 2013 irrwitzige 49,8 TWh erzeugt haben. Die umweltfreundlichen, naturschonenden, abgasfreien Braunkohlekraftwerke haben dagegen nur 162 TWh produziert. Im Endeffekt liegt alles an diesen bösen, bösen Chinesen, die billige Solarzellen auf den Markt werfen. (Quelle: Telepolis, “Strom: Neuer Export-Rekord”).

Praktisch kaum ein Journalist kümmert sich mehr um die für mich wichtigen Dinge. Die Meldung, daß die Nettokreditaufnahme für nächstes Jahr um 8 Milliarden Euro steigen wird – findet man nur, wenn man gut sucht. Aber inzwischen ist es ja scheinbar normal, daß die Medienwelt nur noch ablenkt und die Regierung beweihräuchert. 

Urlaub

Ich hab Urlaub. Der erste Tag ist fast vorbei, er war gefüllt mit – Bettwäsche waschen. Klingt so toll wie es ist. Fast so toll, wie Handtücher waschen. Aber gut, muß auch sein. Komischerweise finde ich keine Ruhe und hab mich an den Rechner gesetzt. Und bin melancholisch. Und hab keine Ahnung, warum. Naja, vielleicht wird es morgen besser.

Müdigkeit

Mal wieder ein kleiner Schwank aus der Arbeit.

Ich hatte an drei Tagen dieser Woche wieder mal eine Schulung. Titel: Der verantwortungsbewusste Softwareentwickler. Klingt nach irgendwas abgehobenen. War es teilweise auch. Hauptsächlich wurden allerdings bestimmte Programmiertechniken gelehrt. War also zum größten Teil normales Handwerk mit ein paar Unterhaltungsrunden. War stressig, weil der Kurs um 8:30 Uhr begann. Um noch einen Kaffee reinschütten zu können, musste ich spätestens um 8 dort sein. Mein normaler Arbeitsbeginn ist normalerweise bei Einbruch der Helligkeit (im November. In den restlichen Monaten so eher Richtung 10 Uhr). Es wurde über Verantwortung gegenüber sich selber, dem Team, der Firma, der Gesellschaft gegenüber gesprochen. Nun ja.

In diesem Kurs wurde viel Wert auf Pair-Programming gelegt. Also, zwei Leute arbeiten zusammen ein einer Funktionalität, ergänzen sich, bringen zusammen mehr ein als ein einzelner.

Soweit die Theorie. Die Praxis hatte ich bereits 1985 erlebt. Und diese Praxis endete im Chaos. Würde ich gerne mit Menschen zusammenarbeiten, dann würde ich nicht jeden Tag vor dem Computer sitzen. Ich bin in dieser Beziehung einfach nicht sozialkompatibel.

Allerdings hab ich festgestellt, dass ich in meinem Gebiet nicht der schlechteste bin (die Paare wurden ständig gewechselt, hatte also etwa 10 Vergleichsmöglichkeiten). Das tat eine kurze Zeit lang richtig gut. Denn die letzten beiden Jahre haben mir jede Menge abverlangt. In meinem Alter steckt man das nicht mehr so leicht weg.

Dann kam der Tag nach dem Kurs. Als Hintergrund: Hier arbeiten etwa 200 Personen an dem gleichen System, verteilt über ein Dutzend Gruppen. Jeder macht seinen Teil, man ist von vielen anderen abhängig. Besonders bei zentralen Komponenten sind die Auswirkungen von auch kleinen Änderungen durchschlagend.

Und siehe da: Was letzte Woche noch funktionierte, das ging heute nicht mehr. Bums. Nachdem ich schon der schlechteste in meiner Gruppe bin, war ich natürlich erst mal am suchen. Liegt der Fehler in meinem Programm? Was kann passiert sein? Nix gefunden. Vielleicht liegt es an einem zentralem Programm, vielleicht auch nicht. Das werde ich vielleicht nächste Woche feststellen. Aber man sucht sich erst mal einen Wolf und kommt nicht weiter.

Ich bin in letzter Zeit schon oft nicht weitergekommen. Ich musste oft nachfragen, Kollegen nerven, Hilfe suchen. Und das liegt mir (siehe oben) nun überhaupt nicht. Weil ich jahrelang alleine arbeiten konnte oder musste. Weil ich mein kleines, überschaubares Fachgebiet komplett beherrschte. Aber man war der Meinung, man könne mich durchaus wieder zum Lehrling machen, weil man Leute brauchte, die mit der neuen Technologie zurecht kommen.

Alles in allem: Streß, Nerv, FrühAufsteh, Müde, Erschöpft. Wieder, wieder und wieder. Und mein erspartes reicht nicht, um die 17 Jahre bis zur Rente zu überbrücken.