Steuern für Unternehmen

Weil wieder mal bei Twitter ein paar über die Mini-Steuern von *firma* rumgejammert haben – ein paar böse Gedanken.

Wie man früher Geld ins Ausland verschob.

Das Land Schwelle will ausländische Investoren anlocken. Also ruft es eine “Sonderwirtschaftszone” aus, in der neu angesiedelte Firmen, die evtl. Arbeitsplätze schaffen, sehr niedrige Steuern zahlen. Die Firma Stromheimer will da auch ne Firma hochziehen. Aber… nicht das versteuerte Geld ins Ausland schaffen und dort investieren. Also: Man gründet eine kleine Firma in Schwelle. Die stellt Schrauben her. Und verkauft sie zum Preis von 100 Dollar pro Stück an die Firma Stromheimer.

Effekt: Der Gewinn der Firma Stromheimer sinkt massiv. Die Steuerlast sinkt, durch den geringen Gewinn, massiv. Die Tochterfirma im Land Schwelle macht massiv Gewinn, der aber kaum versteuert wird. Die Tochterfirma kann eine riesige Produktionsanlage bauen und richtig großen Gewinn machen, der dann kaum versteuert wird.

Ergebnis: Im Heimatland werden weniger Steuern gezahlt, in Schwelle wird wenig Steuer gezahlt, eine Fabrik wird in Schwelle gebaut, es entstehen kaum Arbeitsplätze, weil diese Fabrik voll automatisiert ist.
Besonderheit: Es ist nichts zu beanstanden. Es wurden alle Gesetze eingehalten (Der Staat kann einer Firma nicht vorschreiben, von wem und zu welchem Preis sie ihre Waren einkauft).

Wie man heute Geld ins Ausland verschiebt.

Man ersetzt Schrauben durch Lizenzgebühren. Die fallen an, weil der Firmenname vermietet wird. Und es werden ein paar Stationen dazwischen geschaltet. Irland will Firmen anlocken und hat niedrige (verhandelbar) Steuersätze. Das Geld fließt über ein paar Stationen auf die Cayman (*irgendeine*) Insel, die sehr diskret ist. Und es geht nicht mehr um ein paar Millionen, sondern um Milliarden Dollar jährlich.

Besonderheiten: Es ist alles legal.

Was könnte man tun?

Einerseits – den Wettbewerb um die niedrigsten Steuersätze abschaffen. Das ist eine nach unten gerichtete Spirale, die in ruinierte Volkswirtschaften führen kann.

Andererseits – das Steuersystem anpassen. Nicht mehr der Gewinn – nach Abzug der “Pseudo-Kosten” der Lizenzgebühr – wird besteuert, sondern der Umsatz (oder irgendwas, das man nicht so einfach ins Ausland verschieben kann).

Das aber wird von der Politik massiv behindert. Schon allein in der EU dreht Irland (und ein paar andere) allen anderen Ländern eine lange Nase durch ihre Steuerpolitik. Und – man will ja Arbeitsplätze! Arbeitsplätze! Arbeitsplätze! Ok, man hat mit Nokia gesehen, dass die Arbeitsplätze nach Ablauf der Subventionen innerhalb einer Stunde platt gemacht werden – aber als Lokalfürst will ich jetzt Arbeitsplätze! Arbeitsplätze! Arbeitsplätze!

Die massiven Vorwürfe gegen verschiedene Firmen haben sich als haltlos erwiesen und sollten diese Firmen nur dazu “auffordern”, Wahlkampf-Spenden zu leisten. Denn Firmen mit mehreren Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr haben qualifizierte Buchhalter und Steuerberater. Und die werden (außer, sie werden dazu angehalten) keine krumme Dinger drehen.

Fazit.

Das Gewimmer wegen “Riesenumsatz und keine Steuern zahlen” ist die direkte Folge von Steuerpolitik und auch so gewollt. Wäre es nicht gewollt, dann wäre es binnen Jahresfrist geändert.

Maut-Kopfschütteln

Was war?

Die Verkehrs-Infrastruktur verfällt zusehends. Es wird zwar eine KFZ-Steuer erhoben, aber Steuern sind nicht zweckgebunden. Das KFZ in KFZ-Steuer steht für den besteuerten Gegenstand. Die Einnahmen aus der Steuer fließen in den normalen Bundeshaushalt.

Was ist?

Die Brücken sind teilweise baufällig, Schlaglöcher sind zur Normalität geworden, Frostaufbrüche werden nur noch mit einer Schaufel kaltem Teer geflickt. Investitionen in den Erhalt der Infrastruktur werden durch die Investitionen in Banken verhindert.

Die geniale Idee!

Man möchte eine Maut. Damit die Ausländer auch mal zahlen müssen, wie “wir” im Ausland. Das Geld nehmen wir dann für Straßen! Und weil TollCollect das mit der LKW-Maut so gegen die Wand gefahren hat, nehmen wir wie die anderen Länder einfach Wertmarken. Pickerl halt.

Die Umsetzung.

Eine Maut für alle? Aber wir bezahlen doch schon KFZ-Steuer! OK, dann die Maut nur für Ausländer. OK, das verstößt gegen EU-Recht? Nun ja. Die Maut wird mit der KFZ-Steuer verrechnet! Dann zahlt kein Deutscher mehr als bisher, aber alle Ausländer blechen! Und die Maut kommt auf allen Straßen! Ähmm.. an den Landesgrenzen würde der “kleine Grenzverkehr” komplett wegfallen. Und die ganze Aktion bringt nach der optimistischen Schätzung etwa 600 Millionen Euro pro Jahr. Was etwa zwei Tropfen auf dem heißen Stein sind.

Die Lösung!

Wir beschließen jetzt das Gesetz, aber verzichten auf Kontrollen auf normalen Straßen. Wegen des Grenzverkehrs. Und dem Aufwand, der den Ertrag ins Negative schicken würde.

Meine Meinung:

Eine Infrastruktur-Abgabe – ok. Schön wäre eine Staffelung nach Straßenbelastung oder ein Umweltaspekt (Stinker zahlen mehr) – was aber ohne riesigen Aufwand nicht funktioniert.

Aber jetzt – jetzt wird ein Gesetz durchgeprügelt. Weil Seehofer es so will. Merkel hält sich dezent zurück (ok, außer bei der Aussage “Mit mir wird es keine Maut geben!”). Es wird eine Maut eingeführt und nicht kontrolliert (du darfst deinen Nachbarn ruhig ausrauben, wir werden nicht ermitteln) wird. Vielfahrer zahlen den gleichen Betrag wie EinmalImJahrInDenUrlaubFahrer. Es wird viel zu wenig Ertrag, aber riesigen Verwaltungsaufwand geben. Und die Höhe der Maut wird wahrscheinlich durch eine kleine Verwaltungsanordnung in beliebige Höhe getrieben werden können.

Dieses Maut-Gesetz ist handwerklich derartig schlecht gemacht, dass es schnellstens in den Schredder fliegen sollte. Dagegen steht der Biermaß-Holzkopf von Seehofer, der dieses Gesetz unbedingt will, egal ob sinnvoll oder nicht.

So werden in unserer Bananenrepublik Gesetze gemacht: Wenn ein Sturkopf was will, dann wird es gemacht. Ohne Rücksicht auf Verluste. Basta.

Und Merkel schweigt.

Wirres zu Wahlen

Die Wahlbeteiligung sinkt auf neue Tiefststände. Tja, man wählt jemanden oder eine Partei – die dann zum Beispiel mit Merkel koaliert. Und deren “Alternativlose” Politik mitmacht. Warum soll ich so jemanden wählen?

Münte sagte mal “Man darf uns nicht an den Wahlversprechen messen. Das ist unfair”. Warum sollte jemand so eine Partei wählen?

Der NSU-Untersuchungsbericht von Thüringen sagt meiner Meinung nicht weniger, als daß der Verfassungsschutz die NSU-Killer unterstützt und gedeckt hat. Man wundert sich über den Erfolg der AfD? Ich tu das nicht.

Eine neue Partei. Deren Mitglieder und Funktionsträger scheinbar nichts besseres zu tun haben, als sich gegenseitig in Sozialen Netzwerken zu beleidigen? So jemanden sollte man wählen? Ganz sicher nicht.

Die gleiche Partei, die nichts dabei findet, jeden unzufriedenen Extremen eine politische Heimat und Plattform zu bieten? Kann ich leider auch nicht wählen.

Eine Europawahl. Danach werden die endgelagerten Nullpeiler (Ministerpräsidenten, geschasst und ähnliches) auf profitable Posten gehoben. Zusätzlich noch ein paar Extremisten, die gegen die EU sind, werden auch noch Kommissare. Klar, da muss man unbedingt zur Wahl gehen. Eher nicht.

“Politische Teilhabe”! Durch Wahlen! Klar. Man wählt einen Grünen, weil man einen Bahnhof nicht will. Der dann aber doch gebaut wird. Ups.

Bundestagsdebatten. Lang uns ausführlich. Die “politischen Lager” werfen sich was vor. Reden werden gehalten (oder auch nicht, man kann ja seine Rede ohne sie zu halten “zu Protokoll” geben). Dann stimmen die Fraktionen mittels Fraktionszwang voraussehbar ab. Schaufensterpuppen für Demokratiegläubige. Aber mit einer Wahl, da kann man was bewegen! Ja, man kann andere Puppen ins Schaufenster stellen. Die dann schön fraktionsgezwungen abstimmen.

Kennen Sie irgend einen Abgeordneten ihres Landtages? Ihren Bundestagsabgeordneten? Wann hat er/sie/es in Ihrem Sinne im Bundestag abgestimmt, und zwar gegen die Fraktion? Na?

Lächerlich.

Was reg ich mich auf. In ein paar Jahren, wenn CETA und TTIP fest verankert sind (und das werden sie sein), dann haben diese Politik-Possenreißer eh keinerlei Entscheidungs- und Gestaltungsmöglichkeiten.

Computer sollen funzen

Heute ist mir mal wieder der Hut hoch gegangen.

Ich bin seit 34 Jahren Programmierer (incl. der 3 Jahre Ausbildung). Und es wird mal wieder auf den bösen Computern, dem Netz und überhaupt geschimpft.

Ok.

Nehmen wir mal an, Computer wären ganz simpel. So simpel, wie man eine deutsche Tageszeitung liest.

So.

Super.

Und jetzt setzen Sie mal als Benutzer einen blinden, chinesischen Analphabeten vor die Zeitung.

Was passiert?

Es sitzt ein ganz normaler Benutzer vor dem Rechner.

Allerdings wird er einige Probleme haben, den Rechner zu bedienen. Oder die Zeitung zu lesen.

Man kann Rechner so einfach machen wie Hammer und Nagel. Dummerweise kann man mit diesen Systemen nur auf einen Nagel hauen. “Wir” – oder eher “IHR” wollt aber Surfen, Videos downloaden, Mails schreiben, alles soll supersicher sein, nicht abhörbar, unvergänglich gespeichert. Hardware billig, Software natürlich umsonst. Auf jedem Gerät sollen alle Daten, Termine, Fotos, Mails abrufbar sein. Aber nicht über das böse, vom NSA kontrolliertem Internet gehen. Das ist ja bäh.

Ich musste 3 Jahre lernen, bis man mich auf die Computer (das war vor der Einführung des PC) los lies. Vorher durfte ich immerhin 10 Jahre die Schule besuchen. Und in den restlichen 31 Jahren durfte ich etwa alle 5 Jahre komplett neu lernen.

Ihr denkt: Ich kauf mir nen Rechner, der soll dann alles machen, was ich will. Ich kann zwar nicht mal artikulieren, was das sein soll, aber der Rechner soll das gefälligst machen! Und zwar schnell!

Im echten Leben – lasst ihr da auch die Tür unverschlossen? Die Tür soll gefälligst abschließen, wenn ich gehe!

Ich möchte euch nicht im Straßenverkehr begegnen. Wirklich nicht. Ok, einigen bin ich bereits begegnet. Das waren Radfahrer, die unbedingt auf meine Motorhaube springen wollten.

Wenn es sich arrogant anhört bzw. liest – ja. Ich bin arrogant. Ich weiß, was ich kann. Ich weiß, welche Arbeit es ist, was komplexeres als einen Taschenrechner zu programmieren. Ich weiß, wie heterogen die “Anwenderschaft” schon in einer mittleren Firma ist. Und ich hasse es, wenn es laut Anwender “funzen” soll, aber der nicht mal in der Lage ist, “funzen” zu definieren.

DSL Nervt

Was mich an meiner aktuelle DSL-Verbindung so richtig und massiv nervt? Der absolut grottenschlechte Upload. Ich hab eine “einfach” 16MBit-Leitung. Und will ab und zu mal ein paar Fotos auf einen Server laden. Und das läuft mit 2MBit. Schnarch. Eine Glasfaserleitung von Google hat etwas mehr Bandbreite.

Für 70 Dollar (ungefähr 54 Euro) im Monat bietet Google ohne Anschlussgebühr eine Bandbreite von einem Gigabit pro Sekunde, und zwar sowohl beim Herunter- als auch beim Hochladen.

Aber Glasfaser in Deutschland ist ja absolut un-mög-lich. Weil wir ja unsere Kupferkabel bis zum jüngsten Tag zum Geldscheissen verwenden wollen.

Alt-Eingesessene

Als Mitarbeiter einer Firma, deren Geschäftszweck die Herstellung von Computer-Programmen ist, bin ich immer wieder verblüfft. Allerdings nicht im positiven Sinne.

Es gibt, nicht wenige, Kollegen, die gerne auch mal einen Vortrag mit Word-Dokumenten halten. Weil ihnen Powerpoint zu kompliziert ist.

Es gibt Leute, die gerne mal Termine ausmachen. Wenn irgend ein System aktualisiert wird, dann stellen die einen Besprechungstermin rein. Den dann 300 Leute bestätigen sollen.

Es gibt Leute, die schaffen es nicht, die Installations-Anleitung des Abteilungsdruckers zu lesen. In der steht, wie man mit 3 Klicks den Druckertreiber installiert.

Ich erwarte nicht, daß jeder alles weiß und alles kann. Aber nach etwa 20 Jahren in diesem Job, da sollte man eigentlich die grundlegenden Werkzeuge beherrschen. Besonders, wenn man ein Jahres-Gehalt einstreicht, das im hohen 5-stelligem Bereich liegt.