Journalismus

Im Moment gehen mir die sogenannten “Medien” mit ihrer Berichterstattung extrem auf die Nerven. Ich pauschaliere hier mal, weil mich Fernsehen und Print eigentlich gleich nerven.

Beispiel 1: Schumacher.

In allen Medien, Laufbänder, Sondersendungen, Nachrichten. Zum Vergleich: Als mein Bruder mit ähnlichen Kopfverletzungen im Krankenhaus lag, war da niemand. Aber der war auch nur ein Wehrpflichtiger aus einer Arbeiterfamilie. Und kein professioneller Autofahrer, der vor der bösen Steuer ins Ausland geflüchtet ist. Für mich ein deutliches Zeichen, daß manche Menschen einfach gleicher sind als andere.

Beispiel 2: Gabriel.

Er wird als einer von “Deutschlands neuen Vätern” bezeichnet. Weil er sich ein (in Worten: Ein) mal pro Woche von seinem Chauffeur (bezahlt vom Steuerzahler) zur KiTa seines Kindes fahren lässt. Wow. Als ich ein Jahr lang 2 Töchter alleine aufzog, fünf mal die Woche die Kleine vom Kindergarten holte und mit Mühe, Not und Betteln einen KiTa-Platz für die Große bekam – da war kein Journalist da. Weil, ich war ja scheinbar einer von den “alten” Vätern.

Beispiel 3: Energiewende.

Jährlich werden Milliarden Kilowattstunden Strom ins Ausland exportiert. Im Jahr 2013 33 Terawattstunden (TWh). Das ist Strom, der in Deutschland, das ja laut Aussage der Stromkonzerne Millimeter vor dem totalen Blackout steht, produziert, aber nicht verbraucht wird. Der Strompreis an der Leipziger Strombörse fällt zeitweise ins Negative – man bekommt Geld dafür, daß man den Strom verbraucht. Gleichzeitig steigen die Preise für den Endverbraucher. Stromkonzerne machen Gewinn wie eh und je. Aber an allem sind die bösen Solarzellen schuld. Oder gar die entsetzlichen Windrädern. Die 2013 irrwitzige 49,8 TWh erzeugt haben. Die umweltfreundlichen, naturschonenden, abgasfreien Braunkohlekraftwerke haben dagegen nur 162 TWh produziert. Im Endeffekt liegt alles an diesen bösen, bösen Chinesen, die billige Solarzellen auf den Markt werfen. (Quelle: Telepolis, “Strom: Neuer Export-Rekord”).

Praktisch kaum ein Journalist kümmert sich mehr um die für mich wichtigen Dinge. Die Meldung, daß die Nettokreditaufnahme für nächstes Jahr um 8 Milliarden Euro steigen wird – findet man nur, wenn man gut sucht. Aber inzwischen ist es ja scheinbar normal, daß die Medienwelt nur noch ablenkt und die Regierung beweihräuchert. 

Urlaub

Ich hab Urlaub. Der erste Tag ist fast vorbei, er war gefüllt mit – Bettwäsche waschen. Klingt so toll wie es ist. Fast so toll, wie Handtücher waschen. Aber gut, muß auch sein. Komischerweise finde ich keine Ruhe und hab mich an den Rechner gesetzt. Und bin melancholisch. Und hab keine Ahnung, warum. Naja, vielleicht wird es morgen besser.

Müdigkeit

Mal wieder ein kleiner Schwank aus der Arbeit.

Ich hatte an drei Tagen dieser Woche wieder mal eine Schulung. Titel: Der verantwortungsbewusste Softwareentwickler. Klingt nach irgendwas abgehobenen. War es teilweise auch. Hauptsächlich wurden allerdings bestimmte Programmiertechniken gelehrt. War also zum größten Teil normales Handwerk mit ein paar Unterhaltungsrunden. War stressig, weil der Kurs um 8:30 Uhr begann. Um noch einen Kaffee reinschütten zu können, musste ich spätestens um 8 dort sein. Mein normaler Arbeitsbeginn ist normalerweise bei Einbruch der Helligkeit (im November. In den restlichen Monaten so eher Richtung 10 Uhr). Es wurde über Verantwortung gegenüber sich selber, dem Team, der Firma, der Gesellschaft gegenüber gesprochen. Nun ja.

In diesem Kurs wurde viel Wert auf Pair-Programming gelegt. Also, zwei Leute arbeiten zusammen ein einer Funktionalität, ergänzen sich, bringen zusammen mehr ein als ein einzelner.

Soweit die Theorie. Die Praxis hatte ich bereits 1985 erlebt. Und diese Praxis endete im Chaos. Würde ich gerne mit Menschen zusammenarbeiten, dann würde ich nicht jeden Tag vor dem Computer sitzen. Ich bin in dieser Beziehung einfach nicht sozialkompatibel.

Allerdings hab ich festgestellt, dass ich in meinem Gebiet nicht der schlechteste bin (die Paare wurden ständig gewechselt, hatte also etwa 10 Vergleichsmöglichkeiten). Das tat eine kurze Zeit lang richtig gut. Denn die letzten beiden Jahre haben mir jede Menge abverlangt. In meinem Alter steckt man das nicht mehr so leicht weg.

Dann kam der Tag nach dem Kurs. Als Hintergrund: Hier arbeiten etwa 200 Personen an dem gleichen System, verteilt über ein Dutzend Gruppen. Jeder macht seinen Teil, man ist von vielen anderen abhängig. Besonders bei zentralen Komponenten sind die Auswirkungen von auch kleinen Änderungen durchschlagend.

Und siehe da: Was letzte Woche noch funktionierte, das ging heute nicht mehr. Bums. Nachdem ich schon der schlechteste in meiner Gruppe bin, war ich natürlich erst mal am suchen. Liegt der Fehler in meinem Programm? Was kann passiert sein? Nix gefunden. Vielleicht liegt es an einem zentralem Programm, vielleicht auch nicht. Das werde ich vielleicht nächste Woche feststellen. Aber man sucht sich erst mal einen Wolf und kommt nicht weiter.

Ich bin in letzter Zeit schon oft nicht weitergekommen. Ich musste oft nachfragen, Kollegen nerven, Hilfe suchen. Und das liegt mir (siehe oben) nun überhaupt nicht. Weil ich jahrelang alleine arbeiten konnte oder musste. Weil ich mein kleines, überschaubares Fachgebiet komplett beherrschte. Aber man war der Meinung, man könne mich durchaus wieder zum Lehrling machen, weil man Leute brauchte, die mit der neuen Technologie zurecht kommen.

Alles in allem: Streß, Nerv, FrühAufsteh, Müde, Erschöpft. Wieder, wieder und wieder. Und mein erspartes reicht nicht, um die 17 Jahre bis zur Rente zu überbrücken.

Die Bank gewinnt immer!

Hier noch ein älterer Beitrag (also, der mir vor ein paar Tagen eingefallen ist).

Wie funktioniert das mit den Banken (aus meiner Sicht).

Man bekommt aus Amiland ein “Wertpapier”, das supersupersupertolle Renditen verspricht. Hat die Ratingagentur gesagt. Also, eine Ratingagentur, die von der Bank bezahlt wurde, die auch das “Wertpapier” anbietet. Aber die ist ja auf jeden Fall vertrauenswürdig. Sicherlich. Nun ja, das diese Ratingagentur nicht ganz genau nachgerechnet hat, und die Risiken vielleicht etwas blauäugig beurteilt hat, das kann man ja vorher nicht wissen. Auf wen soll man sich verlassen, wenn man sich nicht auf Banken und Ratingagenturen verlassen kann?

Also, man will als Banker auch am großen Rad drehen und irre Gewinne machen. Damit man am Jahresende einen schönen Erfolgsbonus einstreichen kann. Geld motiviert ja (nicht. Das ist nachgewiesen). Also, Geld, das da so rumliegt (wem gehört das? Niemanden? Ist Buchgeld? Weg damit) wird in “Wertpapiere” angelegt. Banker bekommen Boni, alle sind glücklich.

Plötzlich platzt eine Blase. Eine Kettenreaktion beginnt. Banken stürzen, “Finanzsysteme” eskalieren, das Wort “Systemrelevant” wird erfunden. Eine Bank ist dann systemrelevant, wenn sie andere Banken durch ihren Kollaps vernichten könnte. Das System ist das Bankensystem, jede Bank ist für das Bankensystem systemrelevant. Also müssen alle Banken gerettet werden.

Wird eine Bank fast verstaatlicht, dann werden die Gehälter der Vorstände gedeckelt. Auf eine halbe Million Euro. Pro Person, pro Jahr. Also etwa das 10fache meines Gehaltes. Nicht gedeckelt werden die Einkommen der Mitarbeiter. Die können durchaus mehr verdienen. Durch Erfolgsboni.

So, die Banken sind mit Steuergeldern gerettet. Der Dreck wird in BadBanks ausgelagert (für die der Steuerzahler noch
Jahrzehnte blecht). Und jetzt müssen die Rettungsmilliarden zurück gezahlt werden.

Wie könnte man das machen?

Als normaler Banker: Wie wild hochriskant spekulieren und versuchen, durch hohe Gewinne die Kohle wieder einzufahren (und ein paar zusätzliche Boni abzugreifen). Man kann es aber auch ganz konventionell machen: Den Kunden ausnehmen.

Wie nimmt man einen Bankkunden aus? Ganz einfach. Man leiht sich für 0,5% Zinsen Geld von den Zentralbanken. Die verleiht man als Dispo-Kredit mit 19% Zinsen. Kommt ein wenig was rüber. Gleichzeitig zahlt man für Sparguthaben etwa 0,05% Zinsen (Tagesgeld), auf Girokonten und Kredikarten garnix. Da kommt dann über die Gebühren zusätzlich was rein. Wie man das als guter Kaufmann und Banker eben so macht. Man zahlt also die Steuergelder der Bankenrettung mit dem Geld der Kunden zurück.

Haben sie jetzt irgendwo gelesen, dass die Superzocker irgendwas von ihrem Geld abgeben mussten? Nein? Na sowas.

tl;dr

Banker zocken, bekommen Boni.

Banker verlieren, werden gerettet.

Banker arbeiten, zocken Kunden ab, bekommen Boni.

Banker zocken wieder, bekommen Boni.

Regierung? Haben wir.

Heute mal wieder Nachrichten geschaut. War irgendwas im Iran, weil wegen deren Atomdingsis. Und plötzlich sehe ich da unseren Außenminister Westerwelle.

Moooment!

Westerwelle ist Außenminister? Waren da nicht irgendwann mal Wahlen?

Fast richtig.

Westerwelle ist kommissarischer Außenminister, bis ein neues Kabinett erstellt wird. Und das kann, wenn man so die Nachrichten liest, noch ein wenig dauern. Also bleibt Niebel “Entwicklungshilfe-Minister”, Bahr Gesundheitsminister, Rösler Wirtschaftsminister und Westerwelle eben Außenminister. Nur so: Merkel ist auch kommissarische Bundeskanzlerin. Man sieht – der alte Spruch stimmt: Wahlen ändern nichts. Also, nicht sofort. Vielleicht nächstes Jahr. Man verhandelt ja hart und so. Die Neujahrsansprache kommt also nochmal von Merkel. Man kann ja die vom letzten Jahr nehmen. Oder vom vorletztem Jahr. Also, irgend eine Ansprache von Ihr, nen Podcast, irgendwas. Kommt ja eh jedes Mal das gleiche raus.

Hoffnungslos – ein wenig mehr als sonst

Heute war wieder mal ein Erholungstag. Ein wenig im Garten rumgemacht, gutes Mittagessen, Kaffee und Kuchen. Erholung von den letzten Wochen.

Die letzten Wochen waren geprägt von meiner eigenen Unzufriedenheit. Nicht so viel und so schnell geschafft, wie ich eigentlich wollte. Über 7000 Zeilen Programme geschrieben, die nichts anderes tun, als ein anderes Programm zu überprüfen. Gehirn-Verrenkungen, weil man ein Programm schreibt, das eine Bildschirmmaske überprüft, ohne diese anzuzeigen. Also prüfen, ob das Programm das richtige tun würde, wenn man es sehen würde. 15 Ebenen tief. Das gräbt sich ins Gehirn. Dafür hab ich nächste Woche mal wieder Schulung. Drei Tage um 9 Uhr im Büro sein (ächz). Und ich hab keine Ahnung, was sich hinter dem Titel verbirgt. Nun ja. Was macht man nicht alles, wenn die Chefin sagt: “Gehen Sie mal da hin, die Kollegen waren auch schon dort und waren begeistert”. Naja, um mich zu begeistern müsste schon ein Riesenmeteorit einschlagen. 

So. Dieses Blog ist jetzt drei Jahre alt. Manchmal fällt mir ein Text ein, den ich unbedingt scheiben will. Meistens morgens. Abends falle ich aufs Sofa und glotze grenzdebil vor mich hin und frage mich, auf welchem Planeten ich gerade bin. Der Text ist verschwunden. 

Vielleicht kommt ja noch der einen oder andere Beitrag. Mal sehen.