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Durch den Fortschritt in der Technik sind heute Dinge möglich, die vor 30 Jahren noch undenkbar waren. Ich wähle den Zeitraum von 30 Jahren bewusst, weil ich seit (etwas mehr) als 30 Jahren berufstätig bin und deshalb vieles selbst miterlebt habe.

Damals, vor 30 Jahren:

In einer jungen, innovativen Firma trifft sich die Geschäftsleitung. Ein Abteilungsleiter notiert sich Stichworte auf seinem Block. Der Abteilungsleiter berichtet am nächsten Tag seinen Gruppenleitern, was er sich aus seiner Erinnerung und den Stichworten noch zusammenreimen kann. Die Gruppenleiter informieren eine Woche später die Mitarbeiter darüber, was sie sich gemerkt haben oder aus den Notizen zusammenreimen können.

Der Mitarbeiter geht nach Hause, setzt sich auf das Sofa und liest ein Buch.

Heute:

In einer Firma trifft sich die Geschäftsleitung. Ein Abteilungsleiter notiert sich Stichworte auf seinem Block. Der Abteilungsleiter berichtet am nächsten Tag seinen Gruppenleitern, was er sich aus seiner Erinnerung und den Stichworten noch zusammenreimen kann. Die Gruppenleiter informieren eine Woche später die Mitarbeiter darüber, was sie sich gemerkt haben oder aus den Notizen zusammenreimen können.

Der Mitarbeiter geht nach Hause, setzt sich auf das Sofa. Mit wenigen Tippern auf seinen Tablet-PC startet er eine Videokonferenz mit seiner Tochter, die zur Zeit in Amerika lebt, und erzählt, was er heute wieder erlebt hat. Danach liest er ein Buch.

Jetzt die Aufzählung der tollen Dinge, die sich vor 30 Jahren keiner vorstellen konnte:

  • Das Papier ist chlorfrei gebleicht und besteht hauptsächlich aus Altpapier
  • Es werden unlackierte Bleistifte verwendet, statt Stifte aus Plastik
  • Es gibt noch Bücher aus Papier
  • Termine werden über Computer vereinbart
  • Bestimmte Dinge ändern sich nie

Dumm

Heute habe ich einer Person, die ich eigentlich sehr mag und sehr schätze, dumme und gemeine Sachen geschrieben. Warum? Weil mal wieder alles daneben läuft. Weil … ja, Gründe findet man immer.

Irgendwie ist es schon so, das es langsam abwärts geht.

Die Arbeit macht sehr selten Spaß, weil ich nicht mehr das machen darf, was ich für richtig und wichtig halte. Interesselose Vorgesetzte und Kunden denken, man könne ja alles irgendwie weiterlaufen lassen. Funktioniert ja alles, ist alles schön abgerundet. Das funktioniert heute, vielleicht auch noch morgen. Spätestens übermorgen bricht alles mehr oder weniger schnell zusammen, weil sich alles außen herum geändert hat. Der aktuelle Chef verschwindet wahrscheinlich demnächst. Ist nicht das erste Mal. Dann macht die Arbeit dessen Chef, der früher mein Chef war. Und mit dem ich nun überhaupt nicht zurecht komme. Ich mache den Job seit 1985, aber er ist ja so toll, das er alles besser weiß. Nicht kann, nur weiß. Na gut. Demnächst ist wohl wieder der Assistent seines Chefs durchgenudelt und wird mit einem Führungsposten belohnt bzw. entschädigt. Und siehe da, schon werden wir paar Fuzzys einen neuen Chef haben. Nach nur zwei oder drei Jahren Einarbeitungszeit hat der dann ein wenig Ahnung vom Thema. Hat die Leute etwas kennengelernt. Und verschwindet. Kann ich verstehen. Hätte ich mich als Mitarbeiter, dann würde ich lieber den Hof kehren…

Damit zum nächsten Thema: meine aktuelle Arbeit. Ich darf/muß mal wieder eine neue Programmiersprache lernen. Warum? Weil der Kunde “meines” Projekts denkt, alles passt. Man muß nichts machen, wenn alles schön funktioniert. Also ist für mich nicht mehr genug Arbeit da. Deshalb werde ich, wie schon die letzten Jahre, an die Nachbarabteilung ausgeliehen. Die haben jede Menge zu tun. Und sind total überlastet. Was zur Folge hat, das keiner Zeit hat, den Aushilfskollegen (mich) einzuarbeiten. Oder was zu erklären. Oder mal beim Einrichten des Rechners zu helfen. Kein Problem, laufe ich halt wieder mal ein paar Wochen gegen die Wand, bin ich inzwischen ja schon gewöhnt. Wirkt sich negativ auf die Arbeitsqualität aus, was dazu führt, das diese Kollegen dann doch aushelfen müssen. Was sie aber nicht können, weil sie keine Zeit haben. Tolle Konstruktion.

Über das private lass ich mich erst gar nicht aus. Alles geht den Bach runter, fließt von schlecht zum noch schlechter. Nur eines: Nach der Gallenoperation hab ich recht massiv abgenommen. Fand ich recht gut. Musste mir auch ein paar neue Jeans kaufen, war aber auch ok. Dummerweise hat natürlich der JoJo-Effekt eingesetzt. Gut: meine alten Jeans passen wieder. Schlecht: Meine neuen Jeans sind zwei Nummern zu klein. Kann ich wegwerfen.

So, genug für heute.

PS: Die Tweets von heute tun mir aufrichtig leid. Ich lass das ab sofort lieber bleiben mit dem Twittern.

Immernoch lernen

Ein kleines Update zu meinem letzten Beitrag.

Inzwischen bin ich beim üben, üben, üben. Das schwierige beim Selberlernen: Man muß nicht nur die Lösungen erarbeiten und implementieren, man muß auch die Probleme selbst erfinden…

Naja, eigentlich versuche ich, die Beispiele aus den Kursen in praktische Anwendungen zu verwandeln. Also mehrere Einzelbeispiele, die gewisse Möglichkeiten abdecken, zusammenzufassen und zu einer halbwegs vernünftigen Anwendung zusammenstecken.

Auch Programme, die ich früher mal mit einer anderen Programmiersprache geschrieben habe, versuche ich in der neuen Umgebung zu realisieren. Das hat viele Vorteile: man weiß genau, was rauskommen muß, man hat genügend Daten zum Testen und man bewegt sich in gewohnten Bahnen. Nicht zu viel auf einmal probieren. Und dann wird da noch ein wenig drangebastelt. Und man könnte ja mal nicht in die Datenbank buchen, sondern die Daten mal als XML-Datei ausgeben. Diese könnte man ja mal über einen Import dort einspielen. Und wenn die Daten schon da sind, dann könnte man ja mal eine Website daraus basteln. Weil XSLT kann man immer brauchen. Und man kann ja mal ein Webbrowser-Control zum Anzeigen verwenden.

Ach ja, da sind ja auch noch zwei kleine Bücher. Jedes etwa schlappe 1.800 Seiten stark. Da hab ich doch was gesehen, was man mal mit den neuen Daten ausprobieren könnte…

Ok, das werden jetzt nicht gerade alle Leser verstehen. Ich sag mal so: Ich habe eine neue Sprache gelernt. Also etwa 3% der Vokabeln und ein klein wenig Grammatik. Und jetzt probiere ich mal, eine Einkaufsliste in der neuen Sprache zu schreiben. Und vielleicht mal einen kurzen Text. Und einen kleinen Roman. Ach, und da hab ich doch mal einen umfangreichen Schinken geschrieben, damals. Den kann man ja mal in die neue Sprache umschreiben.

Und jedes mal lerne ich ein wenig dazu. Neue Vokabeln. Neue Layouts. Neue Stilrichtungen.

Inzwischen macht es oft sehr viel Spaß, weil viele Erfolgserlebnisse kommen. Manchmal macht es weniger Spaß, weil man “sowas” schon ein paar Mal gemacht hat. Routine, kenne ich schon. Das Problem hab ich schon mal gelöst.

Auf jeden Fall ist es sehr anspruchsvoll. Und es strengt an. Sehr. Alle, die ihre Brötchen mit Denken verdienen, können das nachvollziehen.

Aber ab und zu denke ich mir: Lieber viel lernen und jeden Tag was neues tun, als den Rest des Lebens die immer gleiche Handbewegung am Fließband machen. Im Akkord.

Also, eigentlich hab ich keinen Grund zum Jammern. Aber ein wenig schreiben, das gönne ich mir….

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