Wirres zu Wahlen

Die Wahlbeteiligung sinkt auf neue Tiefststände. Tja, man wählt jemanden oder eine Partei – die dann zum Beispiel mit Merkel koaliert. Und deren “Alternativlose” Politik mitmacht. Warum soll ich so jemanden wählen?

Münte sagte mal “Man darf uns nicht an den Wahlversprechen messen. Das ist unfair”. Warum sollte jemand so eine Partei wählen?

Der NSU-Untersuchungsbericht von Thüringen sagt meiner Meinung nicht weniger, als daß der Verfassungsschutz die NSU-Killer unterstützt und gedeckt hat. Man wundert sich über den Erfolg der AfD? Ich tu das nicht.

Eine neue Partei. Deren Mitglieder und Funktionsträger scheinbar nichts besseres zu tun haben, als sich gegenseitig in Sozialen Netzwerken zu beleidigen? So jemanden sollte man wählen? Ganz sicher nicht.

Die gleiche Partei, die nichts dabei findet, jeden unzufriedenen Extremen eine politische Heimat und Plattform zu bieten? Kann ich leider auch nicht wählen.

Eine Europawahl. Danach werden die endgelagerten Nullpeiler (Ministerpräsidenten, geschasst und ähnliches) auf profitable Posten gehoben. Zusätzlich noch ein paar Extremisten, die gegen die EU sind, werden auch noch Kommissare. Klar, da muss man unbedingt zur Wahl gehen. Eher nicht.

“Politische Teilhabe”! Durch Wahlen! Klar. Man wählt einen Grünen, weil man einen Bahnhof nicht will. Der dann aber doch gebaut wird. Ups.

Bundestagsdebatten. Lang uns ausführlich. Die “politischen Lager” werfen sich was vor. Reden werden gehalten (oder auch nicht, man kann ja seine Rede ohne sie zu halten “zu Protokoll” geben). Dann stimmen die Fraktionen mittels Fraktionszwang voraussehbar ab. Schaufensterpuppen für Demokratiegläubige. Aber mit einer Wahl, da kann man was bewegen! Ja, man kann andere Puppen ins Schaufenster stellen. Die dann schön fraktionsgezwungen abstimmen.

Kennen Sie irgend einen Abgeordneten ihres Landtages? Ihren Bundestagsabgeordneten? Wann hat er/sie/es in Ihrem Sinne im Bundestag abgestimmt, und zwar gegen die Fraktion? Na?

Lächerlich.

Was reg ich mich auf. In ein paar Jahren, wenn CETA und TTIP fest verankert sind (und das werden sie sein), dann haben diese Politik-Possenreißer eh keinerlei Entscheidungs- und Gestaltungsmöglichkeiten.

Computer sollen funzen

Heute ist mir mal wieder der Hut hoch gegangen.

Ich bin seit 34 Jahren Programmierer (incl. der 3 Jahre Ausbildung). Und es wird mal wieder auf den bösen Computern, dem Netz und überhaupt geschimpft.

Ok.

Nehmen wir mal an, Computer wären ganz simpel. So simpel, wie man eine deutsche Tageszeitung liest.

So.

Super.

Und jetzt setzen Sie mal als Benutzer einen blinden, chinesischen Analphabeten vor die Zeitung.

Was passiert?

Es sitzt ein ganz normaler Benutzer vor dem Rechner.

Allerdings wird er einige Probleme haben, den Rechner zu bedienen. Oder die Zeitung zu lesen.

Man kann Rechner so einfach machen wie Hammer und Nagel. Dummerweise kann man mit diesen Systemen nur auf einen Nagel hauen. “Wir” – oder eher “IHR” wollt aber Surfen, Videos downloaden, Mails schreiben, alles soll supersicher sein, nicht abhörbar, unvergänglich gespeichert. Hardware billig, Software natürlich umsonst. Auf jedem Gerät sollen alle Daten, Termine, Fotos, Mails abrufbar sein. Aber nicht über das böse, vom NSA kontrolliertem Internet gehen. Das ist ja bäh.

Ich musste 3 Jahre lernen, bis man mich auf die Computer (das war vor der Einführung des PC) los lies. Vorher durfte ich immerhin 10 Jahre die Schule besuchen. Und in den restlichen 31 Jahren durfte ich etwa alle 5 Jahre komplett neu lernen.

Ihr denkt: Ich kauf mir nen Rechner, der soll dann alles machen, was ich will. Ich kann zwar nicht mal artikulieren, was das sein soll, aber der Rechner soll das gefälligst machen! Und zwar schnell!

Im echten Leben – lasst ihr da auch die Tür unverschlossen? Die Tür soll gefälligst abschließen, wenn ich gehe!

Ich möchte euch nicht im Straßenverkehr begegnen. Wirklich nicht. Ok, einigen bin ich bereits begegnet. Das waren Radfahrer, die unbedingt auf meine Motorhaube springen wollten.

Wenn es sich arrogant anhört bzw. liest – ja. Ich bin arrogant. Ich weiß, was ich kann. Ich weiß, welche Arbeit es ist, was komplexeres als einen Taschenrechner zu programmieren. Ich weiß, wie heterogen die “Anwenderschaft” schon in einer mittleren Firma ist. Und ich hasse es, wenn es laut Anwender “funzen” soll, aber der nicht mal in der Lage ist, “funzen” zu definieren.

DSL Nervt

Was mich an meiner aktuelle DSL-Verbindung so richtig und massiv nervt? Der absolut grottenschlechte Upload. Ich hab eine “einfach” 16MBit-Leitung. Und will ab und zu mal ein paar Fotos auf einen Server laden. Und das läuft mit 2MBit. Schnarch. Eine Glasfaserleitung von Google hat etwas mehr Bandbreite.

Für 70 Dollar (ungefähr 54 Euro) im Monat bietet Google ohne Anschlussgebühr eine Bandbreite von einem Gigabit pro Sekunde, und zwar sowohl beim Herunter- als auch beim Hochladen.

Aber Glasfaser in Deutschland ist ja absolut un-mög-lich. Weil wir ja unsere Kupferkabel bis zum jüngsten Tag zum Geldscheissen verwenden wollen.

Alt-Eingesessene

Als Mitarbeiter einer Firma, deren Geschäftszweck die Herstellung von Computer-Programmen ist, bin ich immer wieder verblüfft. Allerdings nicht im positiven Sinne.

Es gibt, nicht wenige, Kollegen, die gerne auch mal einen Vortrag mit Word-Dokumenten halten. Weil ihnen Powerpoint zu kompliziert ist.

Es gibt Leute, die gerne mal Termine ausmachen. Wenn irgend ein System aktualisiert wird, dann stellen die einen Besprechungstermin rein. Den dann 300 Leute bestätigen sollen.

Es gibt Leute, die schaffen es nicht, die Installations-Anleitung des Abteilungsdruckers zu lesen. In der steht, wie man mit 3 Klicks den Druckertreiber installiert.

Ich erwarte nicht, daß jeder alles weiß und alles kann. Aber nach etwa 20 Jahren in diesem Job, da sollte man eigentlich die grundlegenden Werkzeuge beherrschen. Besonders, wenn man ein Jahres-Gehalt einstreicht, das im hohen 5-stelligem Bereich liegt.

Journalismus

Im Moment gehen mir die sogenannten “Medien” mit ihrer Berichterstattung extrem auf die Nerven. Ich pauschaliere hier mal, weil mich Fernsehen und Print eigentlich gleich nerven.

Beispiel 1: Schumacher.

In allen Medien, Laufbänder, Sondersendungen, Nachrichten. Zum Vergleich: Als mein Bruder mit ähnlichen Kopfverletzungen im Krankenhaus lag, war da niemand. Aber der war auch nur ein Wehrpflichtiger aus einer Arbeiterfamilie. Und kein professioneller Autofahrer, der vor der bösen Steuer ins Ausland geflüchtet ist. Für mich ein deutliches Zeichen, daß manche Menschen einfach gleicher sind als andere.

Beispiel 2: Gabriel.

Er wird als einer von “Deutschlands neuen Vätern” bezeichnet. Weil er sich ein (in Worten: Ein) mal pro Woche von seinem Chauffeur (bezahlt vom Steuerzahler) zur KiTa seines Kindes fahren lässt. Wow. Als ich ein Jahr lang 2 Töchter alleine aufzog, fünf mal die Woche die Kleine vom Kindergarten holte und mit Mühe, Not und Betteln einen KiTa-Platz für die Große bekam – da war kein Journalist da. Weil, ich war ja scheinbar einer von den “alten” Vätern.

Beispiel 3: Energiewende.

Jährlich werden Milliarden Kilowattstunden Strom ins Ausland exportiert. Im Jahr 2013 33 Terawattstunden (TWh). Das ist Strom, der in Deutschland, das ja laut Aussage der Stromkonzerne Millimeter vor dem totalen Blackout steht, produziert, aber nicht verbraucht wird. Der Strompreis an der Leipziger Strombörse fällt zeitweise ins Negative – man bekommt Geld dafür, daß man den Strom verbraucht. Gleichzeitig steigen die Preise für den Endverbraucher. Stromkonzerne machen Gewinn wie eh und je. Aber an allem sind die bösen Solarzellen schuld. Oder gar die entsetzlichen Windrädern. Die 2013 irrwitzige 49,8 TWh erzeugt haben. Die umweltfreundlichen, naturschonenden, abgasfreien Braunkohlekraftwerke haben dagegen nur 162 TWh produziert. Im Endeffekt liegt alles an diesen bösen, bösen Chinesen, die billige Solarzellen auf den Markt werfen. (Quelle: Telepolis, “Strom: Neuer Export-Rekord”).

Praktisch kaum ein Journalist kümmert sich mehr um die für mich wichtigen Dinge. Die Meldung, daß die Nettokreditaufnahme für nächstes Jahr um 8 Milliarden Euro steigen wird – findet man nur, wenn man gut sucht. Aber inzwischen ist es ja scheinbar normal, daß die Medienwelt nur noch ablenkt und die Regierung beweihräuchert.